Ein ganzer Edeka bei Kleinanzeigen: Supermarkt für 6 Millionen Euro

Ein Supermarkt auf Kleinanzeigen? Wer dort sonst einen gebrauchten Toaster, ein Sofa oder ein Fahrrad sucht, dürfte bei diesem Inserat zweimal hingeschaut haben. In Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern wird tatsächlich ein kompletter, erst 2026 errichteter Edeka-Markt angeboten. Der Preis: stolze 6.000.000 Euro. Verhandlungsbasis für den Wochenendeinkauf ist das allerdings nicht.
Die Anzeige trägt den Titel „funkelnagelneuer Supermarkt – Vollsortimenter in Feldberg zu verkaufen – Neubau“. Hinter dem Angebot steckt nach den veröffentlichten Angaben eine rund 2.400 Quadratmeter große Supermarktimmobilie einschließlich Parkplatz. Der Markt hat erst in diesem Jahr eröffnet. Statt einem gebrauchten Kühlschrank bekommt der Käufer also gleich das Gebäude, in dem zahlreiche Kühlschränke stehen.
Wer jetzt schon davon träumt, an der Kasse die Preise selbst festzulegen, muss allerdings einen kleinen Haken beachten: Verkauft wird die Immobilie, nicht der laufende Edeka-Betrieb. Der Supermarkt soll weiterhin von Edeka betrieben werden. Für den Käufer wäre das Ganze damit vor allem ein Immobilieninvestment mit einem bestehenden Mieter.
Laut dem Bericht der BILD-Zeitung ist Edeka für 15 Jahre an den Standort gebunden; zusätzlich sind Verlängerungsoptionen vorgesehen. Als Monatsmiete werden in der Kleinanzeige 31.200 Euro genannt, entsprechend 374.400 Euro im Jahr. Das klingt nach einem ordentlichen Betrag, doch daraus allein lässt sich noch kein sicherer Gewinn ableiten. Betriebskosten, Instandhaltung, Finanzierung, Steuern und Vertragsdetails wollen schließlich ebenfalls berücksichtigt werden.
Und dann ist da noch der Kaufnebenkosten-Korb. Zur sechs Millionen Euro schweren Immobilie kommen Grunderwerbsteuer, Notar- und gegebenenfalls weitere Kosten. Die angegebene Maklerprovision beträgt 3,57 Prozent. Das wären rechnerisch weitere 214.200 Euro. Für die Summe könnte man auf Kleinanzeigen sonst eine ziemlich ausgedehnte Sammlung gebrauchter Küchenmaschinen zusammenstellen.
Besonders kurios ist dabei nicht unbedingt das Objekt selbst. Große Gewerbeimmobilien werden schließlich regelmäßig gehandelt. Ungewöhnlich ist vielmehr die Bühne: Zwischen Möbeln, Gartengeräten und Kleinanzeigen-Klassikern taucht plötzlich ein ganzer Supermarkt auf. Das ist ungefähr so, als würde jemand beim Stöbern nach einem Einkaufswagen feststellen, dass das Einkaufszentrum gleich mit angeboten wird.
Nach Angaben des Maklers steckt hinter dem Verkauf keine Insolvenz. Das Objekt sei gezielt gebaut worden, um es anschließend zu veräußern. Wer das nötige Kapital mitbringt, könnte also künftig Vermieter eines Supermarkts werden, ohne selbst morgens die Brötchen aufbacken oder abends die Regale auffüllen zu müssen.
Unser Fazit: Ein Sechs-Millionen-Euro-Supermarkt bei Kleinanzeigen ist definitiv ein Fundstück mit Seltenheitswert. Nur eine Frage bleibt offen: Ob der Anbieter auf die Nachricht „Was letzte Preis?“ wohl genauso entspannt reagiert wie beim Verkauf einer alten Kommode?
Hier geht es zur Originalanzeige auf Kleinanzeigen. Darüber berichtete auch BILD am 12. Oktober 2026. Stand der Recherche: 13. Oktober 2026. Preise, Verfügbarkeit und Vertragsangaben können sich ändern.
Das Beitragsbild ist eine eigens erstellte, symbolische Illustration und zeigt nicht das tatsächliche Supermarktgebäude.



