Zu verschenken – und 250 Euro gibt’s noch obendrauf

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Manchmal ist „zu verschenken“ bei Kleinanzeigen tatsächlich noch steigerungsfähig.
In Karlsfeld in Bayern werden aktuell zwei große Thermopenglasscheiben verschenkt. Und weil kostenlos offenbar noch nicht überzeugend genug ist, legt der Anbieter zusätzlich 250 Euro Abholbonus in bar obendrauf. Die Anzeige wurde am 22.09.2026 veröffentlicht.
Das klingt zunächst nach einem Geschäft, bei dem eigentlich niemand lange überlegen müsste.
Zwei Glasscheiben bekommen und anschließend noch mit 250 Euro mehr in der Tasche nach Hause fahren?
Da dürfte die typische Frage eigentlich nicht mehr lauten:
„Was isch letzte Preis?“
Sondern eher:
„Wo muss ich unterschreiben?“
Der kleine Haken wiegt ungefähr 400 Kilogramm
Ganz ohne Grund zahlt der Anbieter den Abholbonus natürlich nicht.
Jede der beiden Scheiben ist ungefähr 2,35 Meter breit und 2,93 Meter hoch. Und jede einzelne bringt laut Anzeige rund 200 Kilogramm auf die Waage. Zusammen reden wir also über ungefähr 400 Kilogramm Glas.
Damit fällt die übliche Kleinanzeigen-Abholung nach dem Motto „Ich komme schnell mit dem Kombi vorbei“ eher aus.
Für den Transport empfiehlt der Anbieter ausdrücklich vier Helfer mit Glassaugern sowie ein geeignetes Fahrzeug oder einen Anhänger. Aufgrund von Größe und Gewicht kommt ausschließlich Abholung infrage.
Das ist also weniger:
„Komme heute Abend holen.“
Und mehr:
„Ich stelle zunächst eine kleine Bergungsmannschaft zusammen.“
Immerhin richtiges Isolierglas
Bei den Scheiben handelt es sich laut Anzeige um zweifaches Isolierglas. Eine Seite ist zusätzlich als Sicherheitsglas ausgeführt. Die Scheiben sind gebraucht, können aber vor Ort besichtigt werden.
Für jemanden, der genau solche großen Scheiben für ein Bauprojekt, eine Werkstatt, ein Gewächshaus oder eine andere passende Konstruktion gebrauchen kann, könnte das durchaus interessant sein.
Vorausgesetzt natürlich, Transport und Handling lassen sich vernünftig organisieren.
Denn bei rund 200 Kilogramm pro Scheibe sollte niemand versuchen, aus dem „Schnäppchen“ ein spontanes Krafttraining zu machen.
Was isch letzte Preis?
Normalerweise berichten wir hier über Menschen, die selbst bei günstigen Angeboten noch nach dem letzten Preis fragen.
Diesmal ist die Rechnung etwas anders.
Preis der Ware: 0 Euro
Abholbonus: 250 Euro
Damit lautet der theoretische Kaufpreis:
-250 Euro
Der Käufer zahlt nicht.
Der Verkäufer zahlt den Käufer.
Damit dürfte diese Anzeige zumindest vorübergehend einen Spitzenplatz in unserer ganz persönlichen „Was isch letzte Preis?“-Rangliste verdienen.
Kostenlos heißt eben nicht immer unkompliziert
Die Anzeige zeigt gleichzeitig sehr schön, warum manche Dinge selbst kostenlos nur schwer einen neuen Besitzer finden.
Je größer und schwerer ein Gegenstand wird, desto wichtiger werden Transport, Helfer und die passende Ausrüstung. Ein Artikel kann einen erheblichen Materialwert haben und trotzdem schwierig zu verschenken sein, wenn der Abtransport aufwendig ist.
Der Anbieter hat dafür offenbar eine recht pragmatische Lösung gefunden:
Wer die Arbeit übernimmt, bekommt 250 Euro dazu.
Ob sich dafür schnell jemand findet?
Bei zwei fast drei Meter hohen Glasscheiben und insgesamt etwa 400 Kilogramm Gewicht dürfte zumindest klar sein:
Der Interessent sollte besser nicht mit dem Fahrrad erscheinen.
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